Der digitale Wahnsinn

Der digitale Wahnsinn

Presseblog
Kommunikatives Perpetuum mobile. E-Mails bringen zwischen Sinn, Unsinn und Spam so ziemlich alles hervor. – Abbildung: Mauritius

Auf dem ersten Blick scheint das Thema des hier verlinkten Artikels wenig mit unserem Projekt zu tun zu haben. Da wir allerdings im ersten Halbjahr 2013 eine kleine Workshopserie zur Medienkompetenz anbieten, sollte dieser Artikel doch berücksichtigung finden.

Der Autor des Artikels beschreibt die Nebeneffekte des wohl bemerkenswertesten Kommunikationsmittel der moderneren Zeit – die E-Mail. Schnell, spontan und flexibel zu nutzen und für jede Art von Nachricht, entweder für Absprachen, Informationsweitergabe, Transport von Daten oder Einladungen zu Hochzeiten und Geburtstagen. Ein berufliches wie auch soziales Leben ohne E-Mail-Verkehr scheint kaum noch möglich. Doch ist die Form der Kommunikation auch so harmlos wie sie zunächst scheint?

Dies stellt der Autor in Frage, in dem er darauf hinweist, dass die Produktivität von Unternehmen leidet, weil Arbeitnehmer sich hinter dem Schreiben und Beantworten von allerlei E-Mail-Formen verstecken können. Auf der anderen Seite befürchten Personalverantwortliche mittlerweile eine Überlastung von Arbeitnehmern durch die Flut von E-Mails. Aufgrund der hohen Vielzahl digitaler Nachrichten, wird es zunehemends schwerer wichtig von unwichtig zu unterscheiden bzw. Prioritäten bei der Verabeitung der Inhalte festzulegen. Außerdem existieren mittlerweile eine Vielzahl von Medien, die es erlauben E-Mails zu verschicken, so dass zu jeder Uhrzeit eine spontane Nachricht noch schnell möglich ist. Ein Abschalten von der Arbeit wird zunehmends schwieriger, die Belastung dafür stetig höher.

Was das soziale Leben betrifft, sollte die Frage erlaubt sein, ob digitale Medien ein tatsächliches „face to face Gespräch“ ersetzen können. Selbst beim telefonieren sind Gestiken und Mimiken, die eine Kommunikation wesentlich bestimmen (können), nicht Teil der Kommunikation. Ein unnötiges Nicht- oder Missverstehen ist die Folge dieser deemotionalisierten Kommunikationsform. Zudem werden Personen aus sozialen Systemen ausgeschlossen, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, gegenüber dem E-Mail-Kontakt oder der Social-Network-Kommunikation ein Telefonat oder persönliches Gespräch vorziehen. Vor ein paar Tagen erst erzählte mir ein Freund, dass er eine Hochzeit eines guten Freundes verpasst hat, weil er seinen Facebook-Account nicht mehr bedient. Sein Freund ging aber davon aus, da er in seiner Freundesliste auftaucht, die Einladung, wie alle Facebookfreunde auch erhalten hatte – die Hochzeit fand ohne ihn statt.

Die Quintessenz dieser Ausführung soll keine Verteufelung der digitalen Kommunikation sein. Sie soll aber auf ein kritsich bedachtes Anwenden mit diesen Medien hinweisen. Denn das Medium erscheint viel zu einfach, da es nahezu an jedem Ort wie zu jeder Zeit zugänglich ist. Es werden unmengen an Informationen verschickt, die unnötig sind, die Dritte überlasten, die für bestimmte Personen unerreichbar sind und für andere Personen wiederum nicht bestimmt sind – und das in deiner Zeit in der Effiziens täglich gepredigt wird.

In unserer Workshopreihe wird eben dieser bedachte und kritische Umgang mit Medien ein Thema sein. Kinder, Jugendliche und Eltern werden die Erfahrung machen, nicht nur die Kommunikation per Mail konstruktiv zu nutzen oder die des Computers, sondern auch des Fernsehens und Handys.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/digitale-welt-der-groesste-nachteil-der-e-mail-ist-zugleich-ihr-groesster-vorteil/7528566-2.html

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ich kann rechnen :-))