über uns

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„starke Schüler stärken Lehrer“ ist ein Projekt, welches 2009 von drei Schülerinnen aus der 9. Klasse eines Neuköllner Gymnasiums initiiert wurde. Es setzt sich für die Stärkung junger Persönlichkeiten ein und versucht ein (zwischen-) menschliches Demokratieverständnis in ihren Sozialsystemen (z.B. Schule oder Familie) zu etablieren.

Verurteilende und ungerechte Verhaltensweisen gegenüber anderen aufgrund einer anscheinend höheren oder angeseheneren Gesellschaftsposition, werden von „starke Schüler stärken Lehrer“ thematisiert. Kinder und Jugendliche sowie Schüler und Schülerinnen benötigen (leider) eine Lobby, da sie als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft zu betrachten sind. Hierzu benötigen sie einerseits Eigeninitiative und andererseits ein gesundes Verhältnis zu sich selbst sowie individuelle Strategien für die vielschichtigen gesellschaftlichen Anforderungen.

Unsere Kinder und Jugendlichen sind als Schüler und Schülerinnen die entscheidenden Akteure im System Schule. Sie sind die Experten wenn es darum geht ein angemessenes Lernumfeld zu kreiieren, welches aus SchülerInnen aufgeklärte und selbstständige Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft macht.

Oftmals wird ihr Potenzial an Leistungsfähigkeit aber unterschätzt, missverstanden oder nicht entdeckt und somit auch nicht gefördert – die Brachflächen konstruktiven Leistungspotenzials nehmen im Raum unserer Gesellschaft immer mehr zu. Es resultiert daraus ein doppelter Verlust. Nicht nur das die Gesellschaft keinen Nutzen aus ihren Ressourcen zieht, sie schafft sich zusätzlich sozial und ökonomisch zu unterstützende Gesellschaftsmitglieder. Ressourcenorientierung im Zuge unserer demographischen Entwicklung sieht unseres Erachtens anders aus.

Die vorliegende Website ist u.a. die Wahrnehmungsabbildung der Schülerinnen, die vor 4 Jahren zur Tat schritten, um Ungerechtigkeiten im Lehrer-Schüler-Verhältnis offen anzusprechen. Diesen Ansprüchen fühlen wir uns in dem Sinne weiterhin verpflichtet, dass unangenehme Wahrheiten deutlich zur Sprache kommen werden.Bevor die Ziele von „starke Schüler stärken Lehrer“ erläutert werden und dazu der lange Text gelesen werden muss, reicht vielleicht schon das vorliegende Video aus, um auszudrücken welche Intention unser Projekt haben soll. Eine junge Heranwachsende hält gestandenen Männern und Frauen eine Predigt über das was sie in Zukunft auszuhalten und zu reparieren hat. Es trifft zwar nicht im Detail die Ziele von „starke Schüler stärken Lehrer“, doch dient das Mädchen als hervoragendes Beispiel.

Leider kann das Projekt „starke Schüler stärken Lehrer“ nicht mit solchen weltbewegenden Zielen aufwarten, doch steht das Potenzial für diese Ziele in Form von jungen Persönlichkeiten im Mittelpunkt unserer Initiative:  Eine Stärkung der Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen von Kindern und Jugendlichen führt zwangsläufig zu einem besseren Unterricht und somit auch zur Stärkung des Lehrers.

Eine junge Persönlichkeit benötigt eine eigene Identität als Mittelpunkt für persönliche und somit soziale Entscheidungen und Handlungen. Bei „starke Schüler stärken Lehrer“ werden die Heranwachsenden mit einer individuellen Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt konfrontiert, um die Auswirkungen und Ursprünge eigenen Handelns erkennen zu können.

Mittels der Auseinandersetzung mit sich selbst und den sie umgebenden sozialen Wesen wird eine sinnstiftende Dynamik zur Bildung einer eigenen moralischen Identität erzeugt. Die moralische Identität ist die Grundlage für eine individuelle Entwicklung von Strategien hinsichtlich gesellschaftlichen Anforderungen. Im Rahmen sozialer Interaktionen resultiert daraus ein eigenständiges, selbstbestimmtes und aufgeklärtes Agieren.

Ein weiteres Ziel ist es ein Verständnis für den außerschulischen Bildungsort zu schaffen. Der Raum außerhalb der Schule gibt den Kindern und Jugendlichen einen „objektiven Rahmen“ zur angesprochene Auseinandersetzung und Entwicklung von Strategien. Sie erfahren eine Wertschätzung als junge Persönlichkeit und nicht als zu bewertender Schüler oder Schülerin. Als SchülerIn sind die Kinder und Jugendlichen gefangen in einer maßgeregelten Rolle, die sie als Kinder oder Jugendliche zwangsläufig durchbrechen (müssen). Damit laufen sie aber Gefahr, sanktioniert zu werden. Kindliches und jugendliches Verhalten ist im System Schule nicht vorgesehen, „willige“ SchülerInnen haben Vorrang vor „lernwillige“ Kinder und Jugendliche.

Wünschenswert wäre ein Lerneffekt der Schule von außerschulischen Kinder- und Jugendhilfen oder zumindest eine höhere Bereitschaft sich von außen kritischer hinterfragen zu lassen. Dies zielt vor allem auf eine wertschätzende Haltung gegenüber SchülerInnen ab, sei es in administrativen Entscheidungen oder im pädagogischen Handeln.

Ein noch höheres Ziel sollte es aber sein, dass die Kinder und Jugendlichen individuell entwickelte Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen als SchülerInnen in der Schule/im Unterricht anwenden oder ferner, dass sie als Kinder und Jugendliche in der Schule anerkannt werden und mit ihren Bedürfnissen lernen können. Vor allem in urbanen Räumen wie z.B. Berlin oder das Ruhrgebiet, wo viele Menschen mit Migrationshintergrund zu Hause sind, sind intensive Bedürfnisse bei den jungen Menschen vorhanden.

Da das Verhalten von jungen Menschen durch die Familie stark geprägt ist, ist die Familie ein weiterer entscheidender Faktor für „starke Schüler stärken Lehrer“. Auch sie müssen verstehen warum Konflikte zwischen ihren Kindern, dem Lernen und der Schule auftreten. Genauso aber ist ein Verständnis und eine Sensibilität von Lehrkräften und Schulsozialpädagogen gegenüber den Verhältnissen der Kinder und Jugendlichen sowie ihren Familien einzufordern.

Sind diese Ziele erreicht, ergibt sich das gesellschaftliche Ziel: der Gewinn brachliegender Potenziale. Leider gibt es keine Zahlen dazu, aber unserer Einschätzung nach ist mit einer hohen Anzahl an Kindern und Jugendlichen zu rechnen, die aufgrund von Ungerechtigkeiten, Benachteiligungen und Diskriminierungen ausgehend vom Schul- und Sozialsystem und deren Exekutivkräfte, ihr hohes vorhandenes Potenzial der Gesellschaft nicht zur Verfügung stellen können. Bei einer ungünstig verlaufenden demographischen Entwicklung, sieht Ressourcenorientierung anders aus.

Wir wissen um die Provokation und Idealität dieser Ziele. Doch handelt es sich um geäußerte Meinungen von SchülerInnen, die bisher in unserer demokratischen Gesellschaft nicht gehört wurden bzw. keine gleichberechtigte Kraft besitzen. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet die demokratischen Werte mit diesem Projekt zu vertreten.